Marco
28 Februar, 2026
Wenn der perfekte Rad-Tag perfekt scheitert
Man kennt diese Tage.
Man nimmt sich frei. Die Sonne scheint. 20 Grad, blauer Himmel, kein Wind. Ein Tag wie gemacht für die erste richtige Rennrad-Tour des Jahres.
Spoiler: Ich bin keine 20 Meter gefahren.
Der Plan war eigentlich perfekt
Der Freitag begann motiviert.
Erstmal schnell den Führerschein umschreiben lassen – produktiv sein fühlt sich ja bekanntlich gut an. Danach noch ein kurzer Abstecher zu Action, denn was fehlt für eine stilechte Premiere? Richtig:
Fahrradhandschuhe
neue Trinkflaschen
Die Handschuhe: völlig okay.
Die Trinkflaschen: undicht. Direkt wieder Müll. Nachhaltigkeit läuft.
Reifen platt. Klassiker.
Rad einladen. Abfahrt nach Schweich geplant.
Und dann: Vorderreifen platt.
Natürlich.
Also pumpen.
7 Bar sind mit einer normalen Standpumpe übrigens eher eine philosophische Frage als eine physikalische Realität.
„Gut“, denke ich, „Tankstelle regelt das.“
Dort dann der Hinweis: Fahrradreifen aufpumpen verboten.
Warum? Keine Ahnung. Vielleicht gefährden Rennräder die nationale Sicherheit.
10 Meter Ruhm
In Schweich angekommen, Kameras montiert (Content produziert sich ja nicht von allein), alles vorbereitet – und los!
10 Meter später:
Reifen wieder platt.
Zehn. Meter.
Das ist selbst für eine Warm-up-Phase ambitioniert kurz.
Als wäre das nicht genug, stellte sich heraus, dass der Lenker nicht ordentlich fixiert war.
Ich hatte eine Kamerahalterung angebracht und die angegebenen 5 Nm Anzugsmoment waren offenbar eher ein gut gemeinter Vorschlag als eine technische Empfehlung.
Der Lenker drehte sich.
Der Reifen war leer.
Meine Motivation ebenfalls.
Schrauben, Schlauch und Schicksal
Also zurück nach Hause.
Rad wieder runter. Schlauch raus.
Diagnose: Ventil defekt.
Kein Problem – ich habe ja zwei neue Ersatzschläuche gekauft!
Plot Twist: Sie passen nicht.
Inzwischen war es 13:30 Uhr.
Laut Internet öffnet der Fahrradladen um 14 Uhr. Perfekt.
Nur: Er öffnet um 15 Uhr.
Was für kundenfreundliche Öffnungszeiten. Wirklich beeindruckend. (Ironie aus.)
Rettung in letzter Sekunde
Zum Glück gibt es in Schweich noch einen zweiten Fahrradladen, von dem ich bisher nichts wusste. Und siehe da:
geöffnet
passende Schläuche auf Lager
freundliche Beratung
Man erlebt es ja selten, aber hier hat wirklich alles gepasst.
Also wieder nach Hause, Schlauch gewechselt – und dann festgestellt:
Die Aufpumpeinrichtung liegt im Auto meiner Frau.
Natürlich.
Und dann wurde es dunkel
Als endlich alles einsatzbereit war, begann es zu dämmern.
Der Traum vom perfekten Rad-Tag hatte sich inzwischen in eine Mischung aus Werkstatt-Workshop und Geduldstraining verwandelt.
Man könnte sagen:
Ein Tag für den Arsch.
Ausblick
Am Montag startet der Ü50-Laufkurs.
Und ich hoffe inständig, dass das Wetter am Dienstag wieder so schön ist – und dass mein Rennrad dann nicht spontan beschließt, ein stationäres Objekt zu bleiben.
Irgendwann werde ich diese erste Tour fahren.
Und wenn ich nur 20 Meter schaffe – dann wenigstens mit Luft im Reifen.
Fortsetzung folgt.






