Teil 1: Vom Technik-Nerd zum Läufer

Ich kann mich sehr gut an eine Zeit erinnern, in der Laufen für mich die Hölle war.
Nicht, weil ich zu schwer gewesen wäre – sondern weil ich schlicht unsportlich war. Sport hat mich früher nie interessiert. Computer, Technik und digitale Themen waren die Bereiche, die meinen Alltag bestimmt haben. Und das sind sie im Grunde bis heute. Der Unterschied: Sport hat inzwischen einen festen Platz in meinem Leben gefunden.

Warum habe ich angefangen zu laufen?

Vor einigen Jahren – noch vor Corona – hörte man es plötzlich überall:
„Ich gehe laufen.“
„Ich bin jetzt Läufer.“
„Ich bin schon wieder eine neue persönliche Bestzeit über 10 km gelaufen.“

Irgendwann dachte ich mir: Warum eigentlich nicht?
Ich wollte es zumindest einmal ausprobieren.

Mein Einstieg war ein 5-km-Laufkurs eines Sportartikel-Ladens in Trier. Ziel des Kurses war es, 30 Minuten am Stück ohne Unterbrechung laufen zu können. Schon die ersten Einheiten waren… grausam. Ich wusste vorher nicht, wie lang sich eine Minute anfühlen kann.

Wir starteten mit dem Klassiker:
1 Minute laufen, 1 Minute gehen – 15 Wiederholungen.

Ich erinnere mich noch genau: Ab der siebten Runde fühlten sich die Laufminuten wie Stunden an, während die Gehminuten in Sekunden verflogen. Ich war überzeugt, dass ich das nicht überleben würde.

Zur Hälfte des Kurses kamen dann massive Probleme mit meinen Knien, genauer gesagt unterhalb der Kniescheiben. Beim Laufen fühlte es sich an, als würde mir jemand mit einem Messer in die Beine schneiden. Für mich war klar: Das war’s wohl mit meiner kurzen Laufkarriere.

Nach einer Einheit wusste ich nicht einmal mehr, wie ich mein Bein ins Auto heben sollte – so extrem waren die Schmerzen. Also habe ich recherchiert und bin auf sogenannte Patella-Binden gestoßen. Diese üben gezielten Druck unterhalb der Kniescheibe aus.

Ich weiß noch genau, wie ich sie nach der Lieferung getestet habe:
Nach nicht einmal fünf Minuten waren die Schmerzen komplett verschwunden.

Ich konnte wieder laufen. Zwar nur mit den Binden – aber das war mir egal. Gegen Ende des Laufkurses konnte ich schließlich ganz darauf verzichten, und die Schmerzen sind bis heute nie wieder zurückgekehrt.

Parallel dazu habe ich damals meinen ersten Laufblog laufportal.net gestartet. Das hat mich zusätzlich motiviert und mir die Möglichkeit gegeben, meine Leidenschaft für Technik, Computer und Filmen sinnvoll mit dem Laufen zu verbinden. Es gab sogar einige Leser, die meine Fortschritte regelmäßig verfolgt und mir positives Feedback gegeben haben – ein echter Motivationsschub.

Fernand ist vor einigen Jahren leider verstorben.
Bei jedem Lauf denke ich noch heute an ihn.

Danke, Fernand.

Erwähnen möchte ich an dieser Stelle unbedingt meinen damaligen Arbeitskollegen Fernand Haan. Er war leidenschaftlicher Läufer und stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite. 2019 schenkte er mir die Teilnahme am ING Night Marathon Luxemburg – Halbmarathon, weil er fest davon überzeugt war, dass ich das schaffen würde.

Dazu später mehr.

 

Fortsetzung folgt …

Tags :
Laufen
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