Wie kam ich eigentlich zum Radfahren?

Eines Morgens kam ich wie gewohnt in die Firma und warf einen Blick auf das schwarze Brett – das bei uns eigentlich weiß ist. Zwischen den üblichen Aushängen hing etwas Neues: Die Mutter-Firmengruppe lud zur Teilnahme am Amstel Gold Race im April 2026 ein. Zur Auswahl standen Strecken zwischen 65 und 250 Kilometern.

Da wir einen ausgewiesenen Radsportler im Unternehmen haben, ging ich direkt zu ihm und fragte, ob er daran teilnehmen würde. Er hatte den Aushang selbst noch nicht gesehen, also schauten wir ihn uns gemeinsam an. Wie so oft, wenn es im Betrieb um sportliche Aktivitäten geht, landete die Frage ziemlich schnell bei mir:

„Und, würdest du mitfahren?“

Ich wähnte mich in Sicherheit und antwortete ganz souverän:

„Würde ich ja – aber ich habe ja gar kein Fahrrad.“

Ein klassischer Fehler.

Denn mein Kollege entgegnete völlig entspannt, dass er mir gerne eines leihen würde. Um die Situation noch irgendwie zu meinen Gunsten zu drehen, versuchte ich es mit einem Deal: Ich fahre die kürzeste Strecke, wenn er dafür an den Start geht und die längste Distanz übernimmt.

Er sagte zu.

Verdammt!

Keine Ahnung ob es blinde Aktionswut ist oder Midlifecrisis, manchmal sollte ich besser ruhig sein!

In meinem Kopf beruhigte ich mich erst einmal selbst: Holland ist flach. Das wird schon.
Eine kurze Internetrecherche zerstörte diese Illusion jedoch innerhalb weniger Sekunden. Das Rennen findet ausgerechnet in der einzigen wirklich hügeligen Region der Niederlande statt. Die 65-Kilometer-Strecke bringt es auf rund 800 Höhenmeter.

„Ach du Sch…“, dachte ich nur. Worauf habe ich mich da schon wieder eingelassen?

Da ich seit Jahren kein Fahrrad mehr gefahren war – und früher auch nur eBike – war schnell klar: Ohne Grundlagentraining wird das nichts. Also entschied ich mich für einen halbwegs vernünftigen Einstieg und legte mir Zwift zu. Im Trockenen, bei konstanten Temperaturen und in der wohligen Sicherheit meines Trainingsraums konnte ich so zumindest die Basis für ein erfolgreiches Rennen aufbauen.

Aber das…
ist eine andere Geschichte.

Tags :
Rennrad
Share This :

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert