Marco
15 Februar, 2026
Mein Zwift-Ride und ich
Nachdem ich mich – wie bereits beschrieben – für das Rennen angemeldet hatte, war klar: Jetzt braucht es einen soliden Plan für den Grundlagenaufbau.
Bei der aktuellen Wetterlage (gefühlt regnet es seit Monaten ohne Unterbrechung) stand schnell fest, dass ich vor März kaum draußen trainieren würde. Eine Indoor-Lösung musste her. Ein altes Ergometer war zwar vorhanden, fühlte sich für strukturiertes Training aber nicht geeignet an.
Ich schwankte zwischen Peloton und Zwift Ride – beides keine günstigen Anschaffungen. Nach intensiver Recherche wurde mir jedoch klar, dass das Zwift-Ride besser zu meinem Vorhaben passt. Also bestellt. Die Lieferung kam zügig, der Aufbau war schnell erledigt. (Kleiner Tipp: unbedingt die Reihenfolge der Kartons einhalten!)
Die Verbindung zum Notebook verlief reibungslos, und die ersten fünf Kilometer waren schnell absolviert. Mit einem bekannten Déjà-vu-Effekt: Nach diesen fünf Kilometern war ich komplett am Ende. Brennende Oberschenkel, leere Beine – exakt wie bei meinem allerersten Lauf. Mir war sofort klar: Das wird ein langer, harter Weg.
In den folgenden Tagen lief es etwas besser, bis sich eine weitere Parallele zum Lauftraining zeigte: das Knie. Diesmal nicht unterhalb der Kniescheibe, sondern oberhalb beziehungsweise direkt dahinter. Der Schmerz war jedoch ähnlich intensiv und setzte jedes Mal nach etwa sieben Kilometern ein. Tipps meines radelnden Arbeitskollegen, die Sattelhöhe zu verändern, brachten keine Besserung.
War der Traum schon ausgeträumt?
Ich wollte es nicht akzeptieren – und tat, was man heute eben tut: Ich befragte Dr. ChatGPT. Nach Schilderung der Symptome kam die Einschätzung, dass zu 95 % die Sattelposition die Ursache sei. Am selben Abend verschob ich den Sattel um 1,5 cm nach hinten – und es war wie ein Wunder:
7 km – kein Schmerz.
10 km – kein Schmerz.
15 km – immer noch nichts.
Das Problem war behoben und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Danke, ChatGPT! (Wichtiger Hinweis: Natürlich ersetzt ChatGPT weder eine fachkundige menschliche Beratung noch – und erst recht nicht – eine ärztliche Diagnose.)
Mittlerweile fahre ich die volle Distanz des Amstel-Gold-Rennens: 65 Kilometer – indoor, auf dem Zwift-Ride. Es ist nach wie vor anstrengend, aber es gibt Hoffnung, in den verbleibenden 61 Tagen noch spürbar Ausdauer aufzubauen.
Das Training mit dem Zwift-Ride macht Spaß – und ein kleines bisschen süchtig.
(Keine Werbung, keine Bezahlung.)